Schamanismus und die Weisheit der Elfen

Die "Aggregatzustände" in der Alchemie

Die Alchemie wird heute deswegen so belächelt, weil sie ein scheinbar antiqiertes Weltbild hat und noch mit den Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft oder mit Bezeichnungen wie "Sal" oder "Sulphur" arbeitet. Die modernen Wissenschaften glauben, dass die Alchemisten diese Begriffe wörtlich verstanden und beispielsweise der Sulfur für sie der Schwefel war. In Wirklichkeit sind sie weiter gefasst und beschreiben eher die aufgetrennten Teile eines Elixiers. Ich gehe anhand dieser Begriffe sehr grob die einzelnen Schritte der alchemistischen Arbeit durch.

Sulphur

Der Begriff Sulphur beschreibt die Seele einer Essenz. Seine warme und flüchtige Art manifestiert sich in der Spagyrik als ätherisches Öl oder als Hydrolat. Aus diesem Grund sind Hydrolate sehr gute Essenzen bzw. Bestandteile von ihnen, denn sie beherbergen die Pflanzenseele. Man denke hierbei auch an die Aromatherapie und den Umstand, dass Düfte direkt über das limbische System auf die Seele eines Menschen wirken. Gewonnen wird der Sulphur über Destilliation oder Auszug der ätherischen Öle.

Mercur

In der griechischen Mythologie ist Mercur der vermittelnde und Nachrichten überbringende Gott. Gaukler und Diebe, aber auch Heilkundige huldigten ihn. Er gab Odysseus ein Kraut, das ihn gegen die Zauber der Circe feite. Mercur ist das verbindende Element, man denke auch an Amalgan, das Quecksilber (=Mercurius) enthält.

Mercur ist in der spagyrischen Essenz der Alkohol, der Sulphur und Sal zusammenbringt. Somit geht der Gewinnung des Mercur eine Art Tod der Pflanze voraus: sie muss in die Gärung geschickt werden. Die Alchemisten nennen das Putrefactio (=Fäulung), die durchaus auch seelische Entsprechungen hat, und zwar als "dunkle Nacht der Seele". Der Ausdruck "es gärt in einem" ist hier absolut passend. Der reine Mercur wird dann wieder durch Destillation gewonnen. Schnaps oder Whisky (Lebenswasser!) sind im Grunde Mercur - übrigens auch genau so ambivalent. Zuviel Mercur kann zersetzen. Mir fiel einmal auf, wie sehr ein Alkoholiker einer aufgeblähten Leiche, deren Zerfall gerade angefangen hat, ähneln kann.

Sal

Das Sal beinhaltet im Grunde die "Erde" der Essenz. Es ist das Endprodukt der festen Bestandteile wie z.B. der Blätter, Stengel und Blüten. Dem Sal sagt man die "erdende" und körperliche Wirkung der Essenz nach. Der Sulfur wirkt auf die Seele und der Mercur auf den Geist, wobei der auch zwischen Körper und Seele vermittelt. Sal wird durch Veraschen und Sieben der festen Bestandteile gewonnen.

Interessant ist, dass Sulphur, Mercur und Sal mit bestimmten Körperteilen sowohl von Menschen als auch von Pflanzen in Verbindung gebracht werden kann. Storl schreibt viel dazu in seinen Büchern. Sulphur kann den Fortpflanzungorganen von Pflanzen und Menschen, Merkur dem Stengeln und Ästen oder dem Kreislauf und Stoffwechsel und Sal den Wurzeln bzw. dem Nervensystem zugeordnet werden. Als Beispiel mag die Baldrianwurzel, die die Nerven beruhigt, erwähnt werden. Spannend ist in dem Zusammenhang auch, dass das "Wood Wide Web" aus Pilzmycelen ähnlich wie ein menschliches Gehirn Informationen transportiert.

Die Heilige Hochzeit

Diese 3 Produkte, Mercur, Sal und Sulfur werden am Schluß wieder zusammengegossen, das wird in der Alchemie "Heilige Hochzeit" genannt, und der Geist der Pflanze, des Tieres oder des Steines beginnt sich zu manifestieren. Tatsächlich ist der Durchgang durch die jeweiligen Arbeitsschritte wie eine Art Sterben und Neu Erstehen, auch in einem selber, wenn man sich gut mit dem Geist des jeweiligen Schrittes verbindet. Das wird innere Alchemie genannt und ist ein wichtiger Bestandteil - deswegen glaube ich, dass die Alchemie durchaus mit der Hohen Magie mithalten kann, weil man die Chance hat, selber veredelt zu werden. Die Lehrmeister sind aber hier die Geister der Natur, die sich in den Destillen und Ampullen des Alchemisten manifestieren.